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Uwe Lochefeld
aus Suhl schrieb am 28. August 2025 um 16:08
Mehr als nur Grusel und Graf Dracula – Guide Jogi, Busfahrer Thomas und das Stiefelbier der Erleuchtung!
Also. Wo fange ich an? Die Karpaten-Tour war weniger eine Reise als mehr eine intensive Paartherapie für mich und meine Maschine.
Die Straßen: Die Routenplaner haben sich gedacht: "Warum geradeaus (auch wenn An- und Abfahrt zwangsläufig nervig waren), wenn es auch in 17 Haarnadelkurven pro Kilometer geht?" Mein Motorrad hat in einer Woche mehr Gewichtsverlagerungen gemacht als ich in einem Jahr Yoga.
Die Natur: Atemberaubend! Im doppelten Sinne des Wortes. Nach der zehnten Serpentine keuchte ich wie ein Drache, aber die Aussichten waren episch. Abgenommen hab ich trotzdem nicht, aber dazu später.
Die Begegnungen: Die Einheimischen sind die nettesten Menschen der Welt. Allerdings auch Schlitzohren: der am Parkplatz gekaufte „Honig“ stellte sich beim heimischen Verkosten als Sirup raus. Eine dieser Erfahrungen gehört wohl zu jeder Reise dazu.
Die Highlights: Neben den Mitfahrern unbestritten die Transalpina und die Transfăgărășan. Sie sind die perfekte Mischung aus "Achterbahn, die du selbst fahren musst" und "Herr der Ringe, nur mit mehr Asphalt".
Diese geführte Tour von Luistravel war nicht einfach nur eine Reise, sondern eine Rundum-Verwöhn- aber auch Verzweiflungs-Aktion (Schlaglöcher wie Baugruben bei 80 km/h – speziell für GS) der Extraklasse.
Die Führungsriege: Unsere drei Musketiere auf Maschinen und vier Rädern
Die „Vorfahrer“ Jogi & Ralf - nicht einfach nur Guides, eine Mischung aus Weg-Weiser, Therapeut und Entertainer. Ralf (mein Lieblingsguide) konnte eine verkehrte Abzweigung in eine atemberaubende Entdeckungstour umtaufen, dass man ihm am Ende dankbar war, sich verfahren zu haben. Oder vielleicht wollte er aber auch nur einigen zeigen, wie klein ein Wenderadius sein kann.
Ihr Motto: "Wir fahren nicht voraus, wir inszenieren euer Abenteuer." Und, sie haben das inszeniert! Und Jogi (mein Zweitlieblingsguide) konnte beim Briefing immer so motivierend erklären, warum wir auch mal schlechte Straßen, Baustellen oder gefühlte 300 km geradeaus fahren müssen.
Thomas, der „Magier des Begleitbusses“: Dieser Mann ist der heimliche MVP der Tour! Thomas fuhr nicht nur Bus. Thomas war unser wandelnder (fahrender) Rettungsanker. Seine größten Talente:
Das Phänomen des eiskalten "Stiefelbieres": Thomas materialisierte sich mit einer Kühlbox und eiskaltem Bier, als ob er die Gedanken aller lesen könnte.
Der Gepäck-Ghost: Das Gepäck war schneller auf dem Zimmer als man selbst. Zwei Mal nicht – aber das war auch genau die Abende, an denen Thomas' Stiefelbier besonders kalt war. Verziehen.
Die Pannenfee für Italiener:Innen: Ob Hydrauliköl für die Guzzi oder Bremsen für die Ducati, alles hat funktioniert. (nur die Bremsen nicht – rumänisch eben)
Die Unterkünfte & der Gaumenschmaus:
Die Hotels? Spitze! Von flippigen Skiressorts bis hin zu richtig feinen Adressen, in denen man seine staubige Motorradkluft fast nicht tragen wollte (haben wir aber trotzdem). Das Essen: So reichhaltig, so lecker, so gefährlich für die Hosenknöpfe. Nach Bohnensuppe, Steaks, BBQ-Ribs und Tiramisu hätte mein Bike spürbar mehr Leistung gebraucht. Ich auch. Es war eine kalorische Reise durch die kulinarische Seele Osteuropas.
Fazit:
Luistravel hat nicht einfach eine Route abgespult. Sie haben eine rollende Gemeinschaft erschaffen, die von verrückten Guides angeführt und vom busfahrenden Service-Gott Thomas verwöhnt wurde. Kein Schnäppchen, staubig, schweißtreibend, anstrengend - aber absolut perfekt.
Mein Hinterteil Ist taub (trotz des Komfortsitzes meines Musikdampfers, der immer noch nach Schafswiese riecht). Absolut empfehlenswert für alle, die meinen, eine Reise sei nicht nur zum Ankommen da.
Würde ich wieder mit Jogi, Ralf und dem Bier-Magier Thomas meinen Hintern opfern? AUF DER STELLE! (wenn das Stiefelbier wieder so kalt ist).
Eine großartige Tour für alle, die das Abenteuer lieben, aber den Komfort und das Kaltgetränk am Ende eines Fahrtages nicht missen wollen. DANKE!
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